Du hast ein neues Auto gekauft, bist problemlos damit gefahren, und plötzlich entdeckst du unerklärliche Kratzer an der Karosserie. Du weißt nicht einmal, wo du sie dir eingefangen haben könntest. Keine Panik. Vielleicht ist es gar nicht so schlimm, und das Problem lässt sich beheben. Dafür musst du die Schwere des Schadens bestimmen und herausfinden, mit welchen Mitteln du die Kratzer am Auto selbst reparieren kannst.
Mit der Schwere des Schadens ist die Tiefe des Kratzers gemeint. Davon hängt ab, wie aufwendig die weitere Reparatur wird. Wenn du die Tiefe kennst, kannst du den Aufwand schnell einschätzen und den Schaden gezielt beseitigen.
Autos besitzen mehrere Schutzschichten, die die Metallbasis vor äußeren Einflüssen schützen. Die oberste Schutzschicht ist der Klarlack. Darunter befindet sich die Lackschicht. Noch tiefer, unter dem Lack, liegt die Grundierung. Die Grundierung ist die letzte Schutzschicht; darunter befindet sich das Metall. Jede Beschädigung betrifft direkt eine dieser Schichten.
Je nach Tiefe wird der Schaden unterteilt in:
- leicht – nur die Klarlackschicht ist betroffen;
- mittel – der Kratzer hat die Grundierung erreicht;
- schwer – der Schaden ist durch alle Schichten gegangen und hat das Metall erreicht.
Bevor du mit der Arbeit beginnst, solltest du unbedingt die Tiefe des Kratzers feststellen. Nimm dazu einen gewöhnlichen Schwamm und einen Eimer Wasser. Feuchte den Schwamm an und wasche alle beschädigten Stellen sorgfältig, damit du die Art des Schadens besser erkennen kannst. Wenn die Farbe deines Autos im Kratzer erhalten ist, wurde nur die obere Schutzschicht beschädigt. In diesem Fall ist die Reparatur einfach.
Wenn du die Lackfarbe nicht mehr siehst, hat der Schaden die Grundierung erreicht. Die Reparatur dauert dann länger und ist teurer als im ersten Fall, aber noch nicht so kritisch wie beim dritten.
Am schlimmsten ist es, wenn blankes Metall sichtbar ist. Das bedeutet, dass dich eine zeitaufwendige und kostspielige Wiederherstellung der Schutzschicht erwartet. Wenn du die Reparatur aufschiebst, kann das ernste Folgen haben. Das Metall beginnt zu oxidieren, Rost entsteht und beeinträchtigt die Stabilität des gesamten Bauteils. Dadurch kann es schließlich durchrosten.
Kratzer am Auto reparieren
Für die Reparatur ist es wichtig zu wissen, wie man Kratzer am Auto entfernt – unter Berücksichtigung der dreistufigen Schadensskala.
Wie entfernt man kleine Kratzer von der Karosserie? Flache Defekte im Klarlack sind ein kleines Problem. Um sie zu beseitigen, musst du die Stelle gründlich waschen. Kaufe im Fachhandel eine Autopolitur zur Kratzerentfernung (nicht zu verwechseln mit saisonaler Karosseriepolitur). Außerdem brauchst du eine Poliermaschine. Wenn du keine hast, ist das aber kein Problem: Du kannst auch einen ganz normalen, sogar sehr günstigen Spülschwamm verwenden.
Spüle anschließend die Stelle ab, die poliert werden soll, und warte, bis sie vollständig trocken ist. Dann gibst du die Politur auf den Schwamm und reibst sie direkt in den Kratzer ein, bis keine weißen Spuren mehr auf der Karosserie zu sehen sind. Wenn alles richtig gemacht wurde, sollte der Schaden nicht mehr sichtbar sein.
Für die Reparatur von Kratzern, die bis zur Grundierung reichen, solltest du die technischen Fahrzeugdaten prüfen und Informationen zur Karosseriefarbe finden. Das ist wichtig, wenn dein Auto wieder so aussehen soll, als käme es gerade aus dem Autohaus. Mit dem Farbcode kannst du dich an ein Fachgeschäft wenden, wo man dir hilft, den passenden Lack auszuwählen. Außerdem brauchst du Politur, Schleifpapier (grob und fein), Papierklebeband, Testbenzin oder Petroleum zum Entfetten der Oberfläche sowie Grundierung.
Wie entfernt man in diesem Fall Kratzer am Auto? Wasche zuerst den Karosseriebereich, an dem du den Defekt entdeckt hast. Damit Grundierung und Lack nicht versehentlich auf unbeschädigte Bereiche des Autos gelangen, klebe die Umgebung der zu behandelnden Stelle mit Papier ab.
Schleife den gesamten Bereich um den Defekt mit grobem Schleifpapier an. Reibe, bis die Oberfläche matt ist. Entfette die Oberfläche anschließend mit Testbenzin oder Petroleum und lasse sie trocknen. Wenn die Vorbereitung abgeschlossen und die Oberfläche trocken ist, trage eine Schicht Grundierung auf. Auf die trockene Grundierung kommt anschließend der Lack. Warte unbedingt, bis er getrocknet ist, und beginne dann mit dem Polieren.
Die unangenehmste Schadensart ist ein tiefer Schaden bis zum Metall. Um ihn zu beheben, brauchst du:
- Testbenzin;
- Spachtelmasse;
- Grundierung;
- Lack;
- Kfz-Gummispachtel;
- Korrosionsschutzmittel;
- Politur;
- fein- und grobkörniges Schleifpapier.
Um Kratzer am Auto zu reparieren, musst du zuerst die Karosserie vorbereiten. Der allererste Schritt ist das Waschen des Autos. Danach solltest du den Kratzer mit einem Korrosionsschutzmittel behandeln und die gesamte Oberfläche mit grobem Schleifpapier anschleifen. Anschließend musst du die Oberfläche mit Testbenzin, Petroleum oder einem anderen Entfetter entfetten.
Trage auf die entfettete und getrocknete Stelle eine Schicht Spachtelmasse auf und versuche, den Schaden so gut wie möglich auszugleichen. Lasse sie danach trocknen und schleife sie mit feinkörnigem Schleifpapier. Trage anschließend eine Schicht Grundierung auf den gesamten matten Bereich auf. Nachdem die Grundierung getrocknet ist, schleife sie mit Schleifpapier der Körnung 1200; dadurch wird die gesamte Oberfläche perfekt glatt.
Wenn der Schaden gering ist, gibt es kaum etwas Einfacheres, als den Kratzer selbst zu überlackieren. Entferne den Staub von der Karosserie, entfette den gewünschten Bereich und trage Lack auf. Er kann aus einer speziellen Sprühdose aufgesprüht werden. Nach dem Lackieren musst du nur noch das gesamte Bauteil polieren und das Auto 12–24 Stunden in einer trockenen Garage stehen lassen, damit der Lack trocknet.
85 % aller Autos bekommen im ersten Betriebsjahr Kratzer. Wenn du alles richtig machst, sieht dein Auto wieder aus wie neu!
Grundtypen von Autokratzern: Selbst beheben FAQ
- Was tun, wenn ich die Kratzer an meinem Auto nicht beheben kann?
Quäle dein Auto nicht unnötig. Am besten wendest du dich an eine Werkstatt oder kaufst ein neues Karosserieteil. Das kannst du in unserem PartSouq Onlineshop tun. Dort findest du Karosserieteile für eine große Auswahl verschiedener Autos zu einem guten Preis und vor allem in guter Qualität.
- Muss ich in die Werkstatt, wenn nur der Klarlack beschädigt ist?
Wenn die beschädigte Stelle klein ist, ist es besser und günstiger, sie selbst zu reparieren. Wie du deine Karosserie selbst instand setzt, erfährst du in unserem Artikel.
- Kann man ein Auto ohne spezielle Poliermaschine polieren?
Mit einer Poliermaschine lässt sich die Karosserie deutlich einfacher und schneller polieren. Wenn du jedoch keine hast, dir keine leihen kannst oder kein Geld für den Kauf ausgeben möchtest, kannst du sogar einen normalen Spülschwamm verwenden.
- Was tun, wenn an der Kratzstelle Rost auftritt?
Wenn du einen Kratzer ausbessern möchtest, musst du zuerst den Rost entfernen. Das geht mechanisch, zum Beispiel mit Bürsten oder Elektrowerkzeugen. Das gilt jedoch nur, wenn die Stelle klein und für das Werkzeug gut zugänglich ist. In allen Fällen ist es am besten, einen speziellen Rostumwandler zu verwenden.